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Road Steel 9.0 in "Rennrad" 01/02 2010

"Von wegen "Versenderbikes sind seelenlose Teileträger" - der Stahlrahmen aus Columbus-Rohren macht richtig Laune. Begeistert sind wir vom Chris King-Steuersatz und der Thomson-Sattelstütze. Beide sind "made in USA" und passen zum Charakter des Rahmens und sind höchst funktional. Ohne technische Vorteile, aber bildschön: die Hope- Sattelklemme aus Großbritannien. Optisch passend: Schnörkelschrift, sorgfältig lackiert. Die R-SYS-Laufräder scheinen technisch übertrieben, passen aber optisch durch das niedrige Felgenprofil zu den dünnen Stahlrohren. Diese dämpfen hervorragend - typisch Stahl. Auffällig der extrem gute Geradeauslauf. Der Preis der Laufruhe: Durch den flachen Lenkwinkel fährt das Radon nur widerwillig um die Kurve, die Wendigkeit leidet stark. Der Rahmen ist handgeschweißt von Stefano Agresti in Deutschland. Das Unterrohr ist jetzt hochovalisiert. Vielleicht wird dadurch der Rahmen tatsächlich steifer.
Aber das ist so, wie wenn man einen 50er-Jahre-Mercedes SLK mit Flügeltüren einen neuen Reifen verpasst, um die Kurvenlage zu verbessern: Vielleicht bringt's was, aber wer den Steel Road kauft, will keine Rennmaschine, sondern einen Road mit Charme.
Natürlich könnte man es mit den Highend-Laufrädern auf der Straße richtig krachen lassen. Aber zum Rasen ist das Radon einfach viel zu schade. Eben so wie der SLK, Sie wissen schon..."

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