 Black Sin 8.0 in "World of Mountain Bike" 07/2011"Der Rahmen Der optische Eindruck des Black-Sin-Rahmens ist sportlich, konsequent und stylisch, was nach Geschwindigkeit auf dem Trail schreit. Wir werden später sehen, ob die Fahreigenschaften zum Erscheinungsbild passen. Der Rahmen an sich kann gleich mit mehreren guten, zeitgemäßen und ansprechenden Features überzeugen. Am auffälligsten ist wohl die Zugführung der Schaltzüge; diese treten gleich hinter dem Steuerrohr ins Rahmeninnere ein, bevor sie es kurz vor dem Tretlager verlassen und über eine Kunststoffführung umgelenkt werden. Der Schaltzug fürs Schaltwerk verschwindet dann gleich wieder in der Kettenstrebe, wo er bis zum Austritt kurz vor dem Schaltwerk frei, ohne Außenhülle, verläuft. Dieser ganze Verlauf des Schaltzugs sorgt für möglichst geringe Reibung und wenig Verschleiß; ab und zu ein Tropfen Öl auf die Kunststoffführung lässt die Schaltung bei dieser Lösung lange Zeit geschmeidig laufen. Auch beim Schutz des Rahmens hat sich Radon Gedanken gemacht. Kettenklemmer oder abfallende Ketten wird es bei Kettenschaltungen immer geben, damit diese aber den Rahmen nicht beschädigen, wird zusätzlich zum bekannten Schutzblech an der Kettenstrebe im Tretlagerbereich ein zusätzlicher Schützer aus Metall angebracht, um auch in diesem Bereich Materialschäden zu vermeiden. Alles andere am Rahmen ist State of the Art und gerüstet für die Zukunft. Die Ausstattung Der Direktversender nutzt seinen Preisvorteil gegenüber der Konkurrenz und liefert neben dem hochwertigen Carbon-Rahmen auch eine Ausstattung, die im Schnitt leicht über dem Standard liegt. Als einziger Hersteller verbaut Radon eine SramSchaltgruppe. Die etwas in Verruf gekommene X9-Gruppe funktioniert hier dank der ausgeklügelten und leichtgängigen Zugführung einwandfrei und muss einen Vergleich mit den Shimano-Teilen nicht scheuen. Am leichten und hochwertigen Syntace-F109-Vorbau sind bereits serienmäßig Titan-Schrauben für die Klemmung des Lenkers und des Gabelschafts verbaut. Lenker und Stütze stammen ebenfalls aus diesem Hause und erfreuen durch hohe Qualität. Was die Laufräder angeht, leistet der CrossTrailDisc von Mavic seinen Beitrag dazu, ein Gesamtgewicht von knapp unter zehn Kilo zu erreichen. Bestückt ist der Radsatz mit einem griffigen 2.25er-Nobby-Nic-Evo von Schwalbe. Die RockShox SID RLT Race kann mithilfe des PopLock-Hebels vom Lenker aus einfach blockiert werden, wobei bei diesem Modell zusätzlich die Lockout-Schwelle individuell eingestellt werden kann. Auf dem Trial Positiv oder negativ? Bei dieser Frage wollen die meisten erst mal die ernüchternden Antworten hören. Also fangen wir damit an: Bei einem Versender-Bike, wie es das Radon ist, legt man natürlich auch auf die Montagequalität besonderen Wert. Und genau da haben sich beim Black Sin ein paar kleine Fehler eingeschlichen. Kurz gesagt: Die Laufrichtung des Vorderradreifens ist falsch, der Umwerfer war zu tief und berührte unter Belastung die Zähne des großen Blattes, und das Schaltseil lag nicht richtig in der Führungsrinne der Kunststoffumlenkung unterm Tretlager. Doch nun zu den schönen Dingen an dem Bike. Schon die Optik spricht die schnelle Kategorie der Biker an, gerade Racer sollten sich das Black Sin einmal ganz genau anschauen: steifer Rahmen, super Handling, bissige Bremsen und top Beschleunigung, wenn der Gegner mal in Schach gehalten werden muss. Durch die clevere Zugführung flutscht die Schaltung hinten nur so zwischen den Gängen, und selbst der X9-Trigger, dem immer mal ein ungenaues Schalten nachgesagt wird, funktioniert perfekt. FAZIT: Bis auf die kleinen Ausrutscher bei der Montage ist das Black Sin ein Garant für schnelle Ausfahrten, bei denen der Gegner meist den Kürzeren zieht."  |